Motorradreise Süd-Ost-Europa

Motorradtour von Budapest nach Novaci

Unsere heutige Strecke bringt uns von Budapest nach Novaci. Der Endpunkt ist das Pensiune-Restaurant “La Pădurea Statului”. Der Ort liegt am südlichen Rand der Karpaten in Rumänien und wir der Startpunkt für die beiden Pässe, die wir morgen in Angriff nehmen wollen.

Doch erst einmal genießen wir das exzellente Frühstück in unserem bemerkenswerten Hotel. Es ist dies das „Verdi Budapest Aquincum“, welches am nördlichen Rand der Stadt am rechten Ufer der Donau gelegen ist. Es ist schon allein deshalb ziemlich empfehlenswert, weil das Preis-Leistungsverhältnis wirklich sehr gut ist. Das Hotel ist großzügig, das Personal freundlich, die Küche ebenfalls sehr schmackhaft – kurz: hier passt alles!

Wir starten relativ pünktlich und finden uns bereits nach knapp einem Kilometer in einem veritablen Stau wieder. Zwar ist die Aussicht auf und über die Donau hinweg grandios, aber die Temperaturen sind bereits am Vormittag in der Stadt so hoch, dass der Genuss deutlich zu wünschen übrig lässt. Dennoch erahnen wir schon, warum derart viele Flusskreuzfahrer hier an den Ufern der Donau vor Anker liegen. Die Gebäude sind prachtvoll und in einem guten Zustand, soweit man das von der Ferne beurteilen kann.

Weil wir heute fast 600km vor der Nase haben, wurden vor der Abfahrt noch rasch vier elektronische Vignetten gekauft. Somit kommen wir wenigstens die ersten rund 150 km recht gut voran. Dann geht es über die Grenze nach Rumänien, und auch jetzt bietet sich die Autobahn noch für ein paar weitere Kilometer an. Und also fahren wir brav zur nächsten Verkaufsstelle für die Maut und sind höchst positiv überrascht, als uns beschieden wird, dass die rumänischen Autobahnen für Motorräder umsonst zu benutzen sind.

Weil wir aber endlich auch ein Kurven unter die Räder bekommen wollen, verlassen wir die A1 und begeben uns auf eine prinzipiell ganz schöne Strecke entlang eines Flusses auf der rechten und dicht bewaldeten, niedrigen Bergen auf der linken Seite. Mit der Zeit erweist sich der Entschluss, die Autobahn verlassen zu haben, dann doch leider als Fehler. Die Dörfer erweisen sich durchgängig als Straßendörfer. Kilometerlang schleichen wir durch die Orte und das Navi verschiebt unsere Ankunft immer weiter nach hinten.

Dazu kommen Baustellen, die mit Ampeln geregelt werden. Während der Rotphasen könnten wir locker eine Runde Schafkopf spielen, wenn wir Karten dabei hätten! Furchtbar! Eigentlich liegt die Burg Hunedoara auf meiner Routenplanung. Doch angesichts der inzwischen auf gut halb neun Uhr erwartbaren Ankunft beschließen wir, auf diesen Point of Interest zu verzichtn.

Dadurch kommen wir in den Genuss einer Traumstraße, die sich durch eine teilweise extrem eng Schlucht entlang eines wilden Flusses ins Tal hinabschlängelt. Diese letzten fünfzig Kilometer entschädigen uns bestens für die vorangegangene Langeweile.

Angekommen in Novaci beziehen wir unsere Zimmer, genießen uns „endlich-angekommen-Bierchen“ und ein Abendessen, welches sehr schmackhaft, reichhaltig und preiswert ist. 

Und dann gehen wir tatschlich mal rechtzeitig ins Bett und sagen deshalb für heute: Gute Nacht!

 

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