Motorradreise Süd-Ost-Europa

Von Matera zum Parco Gran Sasso

Schon relativ zeitig wachen wir heute in unserer Höhle wieder auf und nach einem ziemlich spartanischen Frühstück schingen wir uns auf unsere Maschinen und verlassen diesen einmaligen Ort in Richtung Norden. Die Navigationsgeräte versagen dieses Mal ausnahmsweise nicht, dafür lässt die Kühlung schon so früh am Morgen extrem zu wünschen übrig. Von wegen Kühlung! Wir haben natürlich die volle Montur an und die einzige Möglichkeit, wenigstens ein wenig Fahrtwind an den Körper zu lassen, besteht darin, die Jacke offen zu lassen.

Aber wir wären keine Nordkappen, wenn wir das bisschen Hitze nicht aushalten würden! Auch heute verzichten wir komplett auf mautpflichtige Straßen und begnügen uns mit größeren Landstraßen. Allerdings geben uns dort die Geschwindigkeitsbeschränkungen echte Rätsel auf. Kilometerlange, schnurgerade Strecken sind teilweise auf 50 Km/h beschränkt und man fragt sich allen Ernstes, warum? Die Italiener scheinen diese Beschränkungen auch nur als freundliche Empfehlung aufzufassen. 

Wir fahren dann schon mal 20 km/h schneller als erlaubt, werden aber dennoch von Mopeds und Autos überholt, die nochmal wesentlich schneller unterwegs sind als wir. Auch auf Abschnitten mit 90 km/h interessiert das die wenigsten Einheimischen Fahrer! Nun gut, man gewöhnt sich auch daran, und wir halten uns an unsere Gepflogenheit, nicht zu übertreiben. Schließlich sind wir ja nicht auf der Flucht.

Je weiter wir nach Norden kommen, desto abwechslungsreicher wird die Landschaft. Die südlichen Ausläufer der Abruzzen erreichen wir kurz nach Isernia. Und dann schraubt sich die Straße mal hoch in die Berge und wir fahren durch eine Reihe von Tunnels. Dort droben sinken die Temperaturen auf sagenhaft 14 Grad, zumindest in den Tunnels. Herrliche, langgezogene Kurven lassen unsere Herzen höher schlagen.

Aber dann-  fast hätte ich einen Kraftausdruck benutzt, so etwas wie jaleggsdumiamoarsch – geht es wieder bergab und das Thermometer steigt kurzzeitig auf 37 Grad ÜBER NULL an. Das muss nun wirklich nicht sein! Sommer ist ja ganz nett, aber doch nicht in voller Motorradmontur! zum Glück werden wir fast ganz oben auf dem Campo Imperatore übernachten. Und wirklich! Nach einem extrem abwechlungsreichen, weil kurvigen, letzten Abschnitt der heutigen Etappe beziehen wir unser Hotel bei angenehmen 26 Grad Celsius.

Und da schmeckt dann dann auch das „wir-sind-angekommen-Bier“ ganz besonders gut.

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