Von Meteora nach Matera

Klar, Du hast schon recht: allein mit dem Motorrad von Meteora nach Matera zu fahren, würde einige Tag erfordern. Deshalb fahren wir natürlich über Igoumenitsa und von dort aus mit der Fähre nach Brindisi und weiter nach Matera. Allein von der Lust am Motorradfahren her gesehen, ist die Strecke jedenfalls die beste Wahl.

Von Meteora nach Igoumenitsa

Nach dem bemerkenswert guten und reichhaltigen Frühstück im Divani Meteora werfen wir mehrere besorgte Blicke gen Himmel: dort ziehen bedrohlich dunkle Wolken auf, und es regnet schon während der Frühstücks ganz leicht. Dennoch verzichten wir auf die Regenklamotten und hoffen auf unser Glück. Tatsächlich begleitet uns auch die Sonne und lässt die immer abwechslungsreichere Landschaft im besten Licht erstrahlen.

Und dann beginnt das echte Mopedfahren: wir schwingen von einer zu nächsten Kurve, gerade Abschnitte werden immer seltener und die Serpentinen werden steiler. Beeindruckend hoch über tiefen Tälern haben wir tolle Ausblicke, leider auch auf immer näher rückende Wolken. Dann erreichen wir die Abzweigung zum Katara Pass.

Das europäische Autoportal Ovoko kommt in einer aktuellen Analyse zu dem Schluss, dass der Katara-Pass in Griechenland zu den vier gefährlichsten Straßen Europas zählt. Die spektakuläre Hochgebirgsroute, die Epirus mit Thessalien verbindet, gilt als eine der abenteuerlichsten und zugleich höchsten Straßen des Kontinents. Auf über 1.700 Metern windet sich die Straße entlang steiler Hänge durch enge Serpentinen – mit eindrucksvollen Ausblicken auf das Pindos-Gebirge.

Der Katara-Pass, auch Metsovo-Pass genannt, war einst ein zentraler Verkehrsweg auf der alten Nationalstraße 6 – heute ist er allerdings für den Autoverkehr gesperrt; Motorradfahrer werden jedoch geduldet und wir sind tatsächlich höchst positiv überrascht von dieser Hochgebirgsstraße. Allerdings beginnt es auf etwa 1500 m Höhe zunächst ganz leicht zu regnen und wir ziehen zum Glück rechtzeitig die Gummihäute an. Denn was anschließend vom Himmel kommt, ist mehr als beachtlich!

So können wir den Rest des Passes leider nur erahnen; immerhin sinken die Temperaturen bis auf 14 Grad Celsius, so dass wir unter der Regenklamotten nicht ins Schwitzen kommen. Und wir bleiben dann auch konsequent auf den kleinen Bergsträßchen, die Sonne kommt wieder hervor und hinunter nach Ioannina wird es dann auch ganz schnell wieder recht warm. In einem Außenbezirk von Ioannina gönnen wir uns eine Pause mit einem guten Kaffee.

Nachdem wir erst gegen 23 Uhr auf der Fähre einchecken können und heute also Zeit in Hülle und Fülle haben, nehmen wir ein paar winzige, Feldwegen ähnliche Straßen, um nach Plataria zu kommen. Das ist nur ein paar Kilometer vom Fährhafen in Igoumenitsa entfernt und bietet am Hafen etliche nette Lokale. Von früheren Reisen kenne ich das „Ο Πέτρος“, wo wir dann auch ein letztes sehr gutes Abendessen in Griechenland zu uns nehmen und uns bei Kaffee und Radler die Zeit vertreiben.

Um etwa zehn Uhr verlassen wir Plataria und sind kurz danach am Hafen in Igoumenitsa, wo wir ohne Probleme unsere Tickets bekommen, um dann eine gute halbe Stunde darauf zu warten, auf die Fähre fahren zu dürfen. Aber auch das klappt letztlich und wir verabschieden uns nach dem obligatorischen Bierchen mit einem „Gute Nacht“ ins Land der Träume.

Von Brindisi nach Matera

Motorradreise Süd-Ost-EuropaDer Lautsprecher in unserer Kabine weckt uns bereits um sieben Uhr MESZ, obwohl der Kahn erst um neun Uhr planmäßig ankommen wird. Auch ist noch kein Land in Sicht. Trotzdem benutzen wir nacheinander die winzige Dusche, ziehen uns gleich die Mopedkleidung an und begeben uns auf das Oberdeck, um die Ankunft der Fähre zu beobachten. Leider gibt es nicht zu meckern; die Beobachtung hätten wir uns sparen können 🙂

Bis wir allerdings dann herunterkommen von dem Kahn, vergeht noch einmal fast eine Stunde, weil wir auf dem obersten Fahrzeugdeck untergebracht waren; also natürlich nicht wir, sondern unsere Motorräder! Doch dann sind wir endlich an der frischen Luft und starten die paar Kilometer in Richtung Matera. Hier habe ich zunächst einen Aussichtspunkt eingeplant, von dem aus man die ganze Höhlenstadt wunderbar sehen kann.

Was sich dann als ein echtes Abenteuer herausstellt, ist das Auffinden des Hotelchens, das wir bereits vorab gebucht haben. Die Wirtin sichert uns zu, dass wir mit den Mopeds in die Altstadt einfahren dürfen. Was allerdings weder sie noch wir ahnen, ist die Tatsache, dass unsere Navigationsgeräte in den extrem engen Gassen die Verbindung zu den Satelliten verlieren. Und daher verlieren auch wir uns im Gewirr der winzigen Gassen.

Doch nach einigem Hin und Her erinnere ich mich an eine Straße, von der ich weiß, wo sie hinführt. Und tatsächlich ist das die richtige Zufahrt zur Via Fiorentini, wo uns unsere Gastgeberin schon erwartet. Wir beziehen unsere Höhle und genießen die Dusche, um uns die teilweise bis zu 36 Grad Celsius vom Leib zu spülen.

Nach einem ausgiebigen Rundgang, auf dem wir die meisten Points of Interest besuchen, kehren wir in der Via Fiorentini in einem kleinen Lokal im Hinterhof ein, wo wir sehr aufmerksam bedient werden und anschließend vor unserem „Casale di Maria“ den Abend bei einem Gläschen Ouzo ausklingen lassen. Daher an dieser Stelle das übliche „Gute Nacht“!

*** Bilder kommen noch! ***

 

 

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