Tautropfen

Von Aberystwyth nach Beer – Tag 18

Gestern Abend haben wir nur noch im strömenden Regen nach einem Lokal gesucht, wo wir etwas essen konnten. Hier hatte ich selbst endlich wieder mal ein Steak, welches locker als Schuhsohle durchgegangen wäre – nicht gut. Das Chicken Marsala hingegen war offenbar essbar; jedenfalls sind wir gleich danach wieder in unsere extrem komfortable Unterkunft gedackelt, haben uns die beiden Stockwerke über eine Treppe hochgearbeitet, auf der gerade mal eine aufrecht stehende Zaunlatte Platz hat. Die Deckenbalken haben geknarzt, dass wir schon befürchteten, die Gäste über uns würden gleich direkt mit uns am Tisch sitzen. Aber gut, Frühstück heute morgen ist ganz ok.

Ganz und gar nicht ok ist wieder einmal das Wetter. Es regnet immer noch und so bin ich ganz froh, dass der Höhepunkt des Tages noch ein paar Kilometer entfernt ist. Heute befahren wir nämlich den Gospel Pass von Nord nach Süd. Und der hat es in sich: zunächst schlängelt sich die enge Straße malerisch zwischen Weideflächen hindurch, die von den Schafen so akkurat „gemäht“ werden, dass wir das Gefühl haben, durch einen Golfplatz zu fahren! Und jetzt kommt auch die Sonne zwischen den Wolken hervor und bescheint eine wirklich zauberhafte Landschaft.

Auf der südlichen Seite zwängt sich die „Straße“ immer mehr zwischen immer enger zusammenstehende Hecken. Ein paarmal müssen wir wirklich stehenbleiben, das linke Ende des Lenkers fest in die Büsche gedrückt, um ein Auto im Schritttempo vorbeitasten zu lassen. Und nachdem die Straße darüber hinaus noch extrem kurvig ist, taucht der Gegenverkehr immer mehr als überraschend direkt vor uns auf. Aber all das hält uns nicht davon ab, die Natur zu genießen, die zu Teil vollkommen sich selbst überlassen vor sich hin wuchert. Wunderbar!

Nach dem Gospelpass fahren wir einen Schlenker nach Osten, um durch das Tal des Wye nach Süden zu gelangen. Auch hier sind wir begeistert von der Landschaft und gönnen uns in Tinter in einer malerischen Mühle einen Kaffee.

Interessant wird die Straße erst wieder, nachdem wir die Grenze zu Devon überqueren. Das heutige Ziel, der kleine Fischerort Beer, ist ebenfalls ziemlich pittoresk, so wie sich die kleine Bucht zwischen die senkrecht hoch aufragenden Klippen schmiegt. Wir haben ein B&B mit direkter Sicht auf das Meer; das ist schon mal herrlich. Das Anchor Inn selbst scheint ein wirklich altes Gasthaus zu sein, was eine sehr authentische Atmosphäre vermittelt. Und dann suchen wir einen Parkplatz für unsere Mopeds und lernen dabei den Eigentümer des Platzes kennen, einen örtlicher Fischer, der sofort signalisiert, dass er von uns kein Geld erwartet, sondern uns vielmehr herzlich willkommen heißt.

Insgesamt war das heute trotz des anfänglichen Regens ein toller Reisetag!

2 Kommentare zu „Von Aberystwyth nach Beer – Tag 18“

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen